Lichtverschmutzung - Aspekte und negative Auswirkungen

Energieverschwendung

Schlecht konstruierte Straßen- und Wegebeleuchtung gibt ihr Licht diffus an die Umgebung ab. Nur ein kleiner Teil des Lichts wird effektiv zur Ausleuchtung des Bodens verwendet. Der überwiegende Teil des Lichts geht damit effektiv verloren, und trägt zur Lichtverschmutzung bei. Um die gewünschte Beleuchtungsstärke zu erzielen, ist eine höhere Lichtleistung erforderlich, als wenn zielgerichtet der Boden beleuchtet würde. Dadurch wird Energie effektiv verschwendet. 

Auch grundsätzlich richtig konstruierte Leuchten strahlen bei falschem Einsatz einen Großteil ihres Lichtes direkt in den Himmel. So geht ebenfalls Licht und Energie verloren.

Nachtbeleuchtung von Gebäuden könnte per Zeitschaltuhr ab einer gewissen Zeit (z. B. 22 Uhr) abgeschaltet werden. Der Werbeeffekt von Leuchtreklame ist in der verkehrsschwachen Zeit, speziell nach Mitternacht, fraglich, verursacht aber Kosten.  Leuchtreklame käme vielfach mit weniger Leuchtkraft aus, trägt zur Blendung und Lichtverschmutzung bei.

In Zeiten des allgemeinen Sparens und der Rationalisierung ist es verwunderlich, dass über die Beleuchtung Geld effektiv hinausgeworfen wird. 30% bis 40% Energie könnte bei einem sorgfältigeren Umgang mit Außenbeleuchtung eingespart werden. Die Kosten der Energieverschwendung tragen wir alle mit, das sollte einmal deutlich gemacht werden.

Natur

Die Natur gibt den Tag-Nacht Rhythmus vor. Der Mensch zerstört diesen Rhythmus immer mehr, versucht die Nacht zum Tag zu machen. Mensch und Tier werden dadurch beeinträchtig. Bei Menschen können Schlafstörungen daraus resultieren, der Hormonhaushalt kann in Unordnung kommen, das Immunsystem kann beeinträchtigt werden, Tumore könnten ihre Ursache im Stress durch Lichtimmission haben, die Konzentrationsfähigkeit wird durch chronischen Schlafmangel beeinträchtigt.

Tiere finden keinen Schlaf, sind völlig aus dem Rhythmus gebracht, reagieren in der Folge abartig, werden aggressiv und krank. Zugvögel werden durch Skybeamer irritiert, fliegen in den Tod. Scheinwerfer werden zur Lichtfalle für Insekten und Falter, darunter auch seltene Arten. Die Artenvielfalt und das biologische Gleichgewicht sind dadurch gefährdet.

Seltsame Blüten treibt die Überbeleuchtung, wenn zur Produktionssteigerung in der Landwirtschaft, Fischereiwirtschaft , etc. Licht eingesetzt wird. Wenn dadurch auf freiem Feld Beleuchtungen installiert werden, leidet die unmittelbare Umgebung direkt. Der Produktionsgewinn wird dadurch teuer erkauft.

Verkehr

Straßenbeleuchtung/Leuchtreklame führt vielfach zu Blendung von Verkehrsteilnehmern. Leuchtreklame ist oft viel zu grell, darunter "verblassen" Ampeln und Verkehrszeichen regelrecht. Diese Reizüberflutung kann zu Fehlverhalten und Unfällen führen, speziell bei Regen und nasser Fahrbahn ist die Blendung enorm. Speziell ältere Menschen empfinden die Blendung als äußerst unangenehm. Wer nach einer erfolgten Blendung unmittelbar in eine weitaus dunklere Gegend kommt, ist im "Blindflug" unterwegs, weil das Auge eine gewisse Zeit braucht, um sich der Dunkelheit wieder anzupassen. Eine gleichmäßige, blendfreie und nicht zu helle Beleuchtung ist aus dieser Sicht anzustreben.

Autoscheinwerfer, die diffuses Streulicht verbreiten, und so ebenfalls zur Lichtverschmutzung beitragen, führen bei Regen, Schneefall, Schneefegen und Nebel zur Selbstblendung des Fahrers, stellen somit verkehrssicherheitstechnisch ein Problem dar.

Astronomie

Profiastronomen müssen in die entlegensten Winkel der Erde "flüchten", Amateure finden bald keinen brauchbaren Beobachtungsplatz mehr. Durch die steigende Lichtverschmutzung ständig neuer Leuchten ist die astronomische Forschung bedroht. Strenge Beleuchtungsauflagen in der Nähe von großen Observatorien sind dagegen ein Tropfen auf den sprichwörtlichen heißen Der dunkle Nachthimmel muss als erhaltenswertes Naturerbe begriffen werden. Die Beobachtung des Sternenhimmels hat eine lange Tradition, ist als Kulturerbe zu verstehen. Der Astronomie verdanken wir viele Dinge, die heute für uns selbstverständlich sind. Und sie ist immer noch notwendig, um unser Weltbild zu erweitern.

Umwelt

Genauso, wie in anderen Bereichen eine gewisse Sensibilität der Umwelt gegenüber schon Platz gegriffen hat, ist auch der dunkle Nachthimmel als Teil unserer Umwelt zu begreifen und zu werten. Die Dunkelheit der Nacht ist auch auf der Erde erhaltens- und schützenswert.

Lichttechnik

Heute baut man immer noch Straßenleuchten, die einer Laterne mit Kerze ähnlich sind. Lichtquellen mit offener Flamme kann man natürlich nicht beliebig gestalten. Dicht über dem Boden getragen, wurde die Ineffizienz dieser Leuchte gemildert. Heute, wo derartige Leuchten auf relativ hohen Ständern sitzen, ist die Ineffizienz gewaltig. Der Platz unter der Leuchte ist dunkel, die Leuchte selbst bringt nur geringe Lichtmengen auf den Boden, dafür werden Häuserfronten beleuchtet, die indirekt und diffus wieder einen gewissen Teil zurückstrahlen. Solche Leuchten sind zu einem großen Teil verantwortlich  für die ausgeprägten "Lichtdome" über besiedeltem Gebiet. Zudem, wenn in solchen Lampentypen eine zentrale, kompakte und helle Lichtquelle sitzt, ist die Blendung perfekt, die Ausleuchtung der Straße minimal. Die Lichttechnik könnte es heute doch weitaus besser.

Niemand zielt mit dem Licht einer Taschenlampe in den Himmel hinauf, um den Weg besser zu sehen - das wäre unsinnig. Genauso unsinnig ist es, einen Teil des Lichtes gegen den Himmel zu strahlen, um Straßen und Wege zu beleuchten.

Die Beleuchtungsstärke selbst sollte auch kritisch überprüft  werden. Problematisch sind Beleuchtungen die Blendung hervorrufen, und harte Lichtübergänge. Daher wäre in den sehr hell beleuchteten Gegenden ein Zurücknehmen der Beleuchtungsstärke anzustreben. Generell trägt auch vom Boden diffus reflektiertes Licht zur Lichtverschmutzung bei, wenn auch in geringerem Ausmaß als direkt von den Leuchten diffus über die Horizontale hinaus abgestrahltes Licht.

"Vom Segen zum Fluch"

Alles, was zu viel wird, wird zur Plage, oder nimmt gar katastrophale Ausmaße an. Vergleiche hinken immer in gewisser Weise, dennoch:

Ein paar Tropfen Wasser spenden Erfrischung - ein kleiner See ist idyllisch - ein reißender Strom kann zur Barriere werden - Hochwasser wird zur Katastrophe und bedroht Menschenleben.

Eine Kerzenflamme spendet mildes Licht - ein Lagerfeuer wärmt und vermittelt Romantik - ein Brand hat lokale Zerstörung zur Folge - eine Feuersbrunst wird zur Katastrophe und bedroht Menschenleben.

Eine Taschenlampe weist spärlich den Weg - mehrere Lampen bringen komfortables Licht - Beleuchtung von Straßen und Wegen bringen Sicherheit in zweierlei Hinsicht (Safety und Security) - die pro Jahr rasant zunehmende Lichtverschmutzung wird zum Problem - katastrophale Ausmaße nimmt die Lichtverschmutzung an, wenn durch Lichtimmission die Nachtruhe der Menschen beeinträchtigt wird, und es keinen Fleck mehr gibt, wo die Nacht Nacht ist. Von zu viel Licht stirbt man nicht gleich. Durch den Stress, wenn es kein erholsames Dunkel mehr gibt, ist die menschliche Gesundheit sehr wohl bedroht, und damit auch das Leben.

#owdii


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