Venus und Merkur am Abendhimmel, März  2018, Mistelbach/Ladendorf

Der Frühling bringt eine Merkur Sichtbarkeit am Abendhinmmel mit sich. Dieses Jahr gesellte sich Venus dazu. Was man für eine erfolgreiche Merkurbeobachtung braucht: freien Blick auf den Westhorizont, und Glück, dann tief am Horizont tummeln sich fast immer Wolken, auch wenn sonst der ganze Himmel wolkenlos ist.

Am 8. März bekam ich einen Anruf von Andi Berhold. Venus und Merkur wären mit 2,5° in Konjunktion. Also ja, ein seltener klarer Abend - eigentlich der erste klare Nachtbeginn seit längerer Zeit! So machte ich mich alsbald auf den Weg, in der einen Hand mein Fujinon 7x50 Fernglas, in der anderen Hand die Hundeleine - an deren Ende Canis Maior. Gut, den Feldstecher hätte ich ruhig zu Hause lassen können. Schon beim Anmarsch zum Beobachtungsplatz auf den Feldern westlich der Siedlung lachten mir Venus und Merkur zwischen den Häusern entgegen. Andi war in Ladendorf, und wollte die beiden Planeten fotografisch einfangen.

Venus und Merkur am 8. 3. 2018, 18:37 MEZ.
Kamera: EOS 1000D, 200 mm Tele. Foto: Andreas Berthold, Ladendorf

Das obige Bild entspricht etwa dem visuellen Eindruck, ich habe die Bildhelligkeit dafür stärker angezogen. Ohne die Extinktion zu berücksichtigen lag die Helligkeit der Venus bei -3,35 mag, die von Merkur bei -0,85 mag. Wenn schon, habe ich natürlich auch durch mein Fernglas geguckt. Aber mehr als Lichtpunkte waren halt nicht zu sehen bei 7-facher Vergrößerung und Gewackel.

So wie sich das Wetter weiterhin gestaltete, dachte ich nicht, die beiden Planeten noch einmal zu Gesicht zu bekommen. Unverhofft kommt doch oft, und so geschah es am 21. März. Nach einem sonnigen Tag bahnte sich eine klare Nacht an, somit ergab sich eine weitere Beobachtungsmöglichkeit. Abermals sprach ich mich mit Andi ab, er wollte in Ladendorf neuerlich fotografieren, ich wollte einfach schauen. Daher ging ich nur mit Canis Maior an der Leine, ohne Kamera und Fernglas, rauf zu meinem Beobachtungsplatz. Venus strahlte mir schon vor der Haustür entgegen, doch von Merkur war nichts zu sehen. Ich musste einige Zeit warten, gegen 18:40 Uhr zu konnte ich Merkur blickweise erhaschen, aber nicht halten. Es dauerte bis 18:55 Uhr, bis ich Merkur sicher hatte und auch im Blick halten konnte. Unten stehendes Foto ist zwar von 19:03 Uhr, die Helligkeit habe ich aber so angezogen, dass es dem visuellen Anblick um etwa 19 Uhr entspricht. Venus ist locker zu sehen, für Merkur muss man sich schon ein bissl bemühen. Im Bild rechts und etwas oberhalb der Venus, gegen den rechten Bildrand zu. Distanz am Himmel: rund 4° zwischen den beiden Planeten.

Venus und Merkur am 21. 3. 2018, 19:03
Kamera: EOS 1000D, 75 mm Tele. Foto: Andreas Berthold, Ladendorf

Die Merkur Helligkeit ist stark gesunken, +1 mag, wogegen Venus praktisch gleich geblieben ist. Somit war Merkur eine härtere Nuss. Letztes mal hätte ich das Fernglas nicht gebraucht, dieses mal wäre es durchaus hilfreich gewesen. Aber ja, dennoch Merkur erspäht, wenn auch mit deutlich mehr Anstrengung. Das unten stehende Foto ist um 19:08 entstanden. Merkur war dann auch schon mit freiem Auge sicher zu erkennen.

Venus und Merkur am 21. 3. 2018, 19:08 MEZ
   
Kamera: EOS 1000D, 75mm Tele. Foto: Andreas Berthold, Ladendorf

Wenn sich nach einer Dämmerungsbeobachtung die Nacht herein senkt, und man sieht, alles noch da, wie gewohnt, ist es für die Seele eine Wohltat. So richtig fein hatte es das Wetter den Winter über nicht gemeint mit uns, und selbst in den Frühling hinein scheint es nicht wirklich so viel besser werden zu wollen. Die Nacht vom 21. auf den 22. März war zwar klar, aber mit -9° C auch sehr kalt. Das zu Frühlingsbeginn. Brrr. Das Seeing war zudem ein Graus. So lockt es einen doch nicht, Sterne hin oder her.

Howdii


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