Beobachtung mit dem Bresser 152/1200 Achromat auf der EQ6-R
(27. Februar 2017)

Nach dem Test der EQ6-R, auf den ich wetterbedingt lange warten musste, war es an der Zeit, die Montierung auszuliefern. Also alles transportfertig verpacken, rein ins Auto, und ab ins südliche Niederösterreich. Das Glück war uns hold, es gab eine klare Nacht. Also was liegt näher, die Montierung gleich beim Kunden aufzubauen und ein Fernrohr aufzusatteln. Ich war eigentlich nicht darauf vorbereitet, also ich hatte kein Teleskop mit. Mein Kunde, ach was, wir sind befreundet, holte mal was raus - einen Prügel von Teleskop, der mir doch sehr bekannt ist: es war der lange Bresser 6" Refraktor, genau jenen, den ich eine Zeit lang für Beobachtungen eingesetzt habe. Und es war für mich auch interessant, mal eine ordentliche Tüte auf der Montierung zu erleben.

Also für mich eine Riesenfreude, wieder einmal mit diesem Teleskop beobachten zu dürfen. Klar, bevor der Spaß los geht, muss das Teleskop auf der Montierung balanciert werden, und dann kommt das Stern Alignment dran. Ein paar Ziele wurden angefahren, perfekt getroffen. Ich will mehr, so richtig ran an die Sachen. Auch wenn der Garten weit ab des Stadtzentrums liegt, und der Himmel dort weit besser ist als bei mir daheim, ist eine gewisse Aufhellung gegeben, da kommt man nicht dran vorbei, selbst wenn man eine Sterngrenzgröße von 5.6 mag hat. Es ist ähnlich wie bei mir draußen auf den Feldern. Also gilt es für den visuellen Beobachter die Vergrößerung sinnvoll einzusetzen.

M1, "Crab-Nebula", war in dieser Hinsicht unser erste Objekt zum "Kletzeln". Wir steigerten die Vergrößerung bis auf 240x. Nicht allzu schwierig, blitzte mitten drin etwas Stellares auf. Jaja! Trennen, also auflösen kann man das so nicht, aber es ist das kombinierte Licht von dem Sterndl daneben und dem Pulsar. Im nördlichen Teil des Nebels konnte ich indirekt auch noch ein paar Sterne ausnehmen.

Als nächstes Objekt zum "Sezieren" war NGC 2392, der Eskimo Nebel, angesagt. Zentralstern, zweischaliger Aufbau, das sieht man bald. Bei 240x ging es ans Eingemachte, was lässt sich da rausholen? Indirekt, mit doch etwas "Augengymnastik" waren drei dunkle Stellen in der inneren Schale zu erspähen, und letztlich ein helleres Bogensegment in der äußeren Schale. Potzblitz, eigentlich das Clown Gesicht! Natürlich ergibt sich nicht der Eindruck eines Gesichts, man muss die Bestandteile sozusagen eizeln abspechtlen, und kann nur im Kopf das Gesicht "zusammenbauen". Dennoch, weit mehr als man einem 6" Achromaten zutrauen würde! Ich habe mich am "Gesicht" früher mit meinem 8" f/6 Maksutov-Newton schon öfters versucht, und bin einigermaßen erstaunt gewesen, was ich sehen konnte. Dass ein Sechszöller da frech mitmischen kann, sollte also nicht ganz verwundern. Die Lehre draus ist einfach: Ran ans Objekt, schauen was geht.

Die EQ6-R hat brav mitgespielt, sie darf, dort wo sie im Einsatz ist, auf einer Betonsäule thronen, und auch mit dem langen und doch einigermaßen schweren Prügel drauf war alles ok. Selbst bei 240x kein Gewackel, kein Gezitter, man hat ganz sauber fokussieren können.

Foto vom Setup gibt es leider nicht, ich war ehrlich gesagt nicht drauf  vorbereitet, dass wir gleich etwas unternehmen können. Aber, Spaß hat es mir allemal gemacht.

Howdii


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