Mond und Mars am 12. 10. 2003 - Niederleis

Die klare Nacht, die sich in der Dämmerung ankündigte, lockte mich hinaus auf die Felder bei Niederleis. Ich hatte natürlich Mars im Visier, wollte aber auch ein Bild vom abnehmenden Mond mit meiner kleinen Digi-Kamera mitnehmen. Gegen 20:30 MESZ war ich dort, und baute meinen 5.7" f/6 Maksutov-Newton auf. Der Mond stand bereits tief am Osthimmel. Mit großartiger Deep Sky Beobachtung war's also nichts, während das Teleskop austemperierte. Ich guckte ein bissl Mond, der aber noch ganz schön vom Seeing beeinträchtigt war. Zwischenzeitlich klapperte ich noch ein paar Sternhaufen ab, und hielt dann erstmals auf Mars . Uije, auch hier machte sich das Seeing ungut bemerkbar. Irgendwie kein Wunder: tagsüber war es relativ warm gewesen, und nun kühlte es dramatisch ab. Da kam natürlich weder der Erdboden recht mit dem Austemperieren nach, und auch nicht das Teleskop. Dementsprechend bescheiden war die Bildqualität. Dennoch zückte ich meine Digitalkamera und schoss wie der Wilde los. Kaum war die Speicherkarte voll, löschte ich auch schon wieder 90% der Bilder, weil sie schon am kleinen Kontrollmonitor der Kamera total unbrauchbar aussahen. So dauerte es doch eine geraume Zeit, bis ich die Speicherkarte wirklich voll hatte. Zwischendurch riskierte ich noch einige Blicke ins Okular, und angesichts dessen, was ich visuell sah, schien mir das eine oder andere Foto nicht einmal so schlecht. Den Umständen entsprechend ist das Ergebnis jedoch recht bescheiden. Trotzdem, hier ist es:

Mars am 12. 10. 2003 um 21:58 MESZ, afokal mit 4mm Okular am 5.7" f/6 Maksutov-Newton.  Belichtungszeit 1/100 Sekunde.

Während ich mit Mars-Knipserei beschäftigt war, stieg der Mond am Osthimmel recht hoch. Ein Blick ins Okular bestätigte, dass in dieser Höhe das Seeing weit besser war. Ich hockte mich schnell ins Auto und warf mein Notebook an, um die Marsbilder runterzuladen. Alsdann hielt ich die Kamera gleich wieder ans Okular und drückte Bild für Bild ab, spielte aber mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen. Bei der Kontrolle am kleinen Monitor der Kamera sah ein Bild gleich bombenmäßig gut aus. Ich will's hier präsentieren, und - heiliges Indianerehrenwort - es ist ein Rohbild direkt von der Kamera, ohne irgendwelche Bearbeitung. Dazu ist noch zu sagen, dass der Kameramonitor extrem hell ist, und das Bild auf normalen Bildschirmen etwas dunkel erscheint.

Mond am 12. 10. 2003 um 22:53 MESZ, afokal mit 22mm Okular am 5.7" f/6 Maksutov-Newton.  Belichtungszeit 1/640 Sekunde. 

Aus dieser Bildserie habe ich mir dann noch das vom Seeing her feinste Bild herausgesucht, und davon möchte ich eine Schwarzweiss-Version präsentieren:

Mond am 12. 10. 2003 um 22:57 MESZ, afokal mit 22mm Okular am 5.7" f/6 Maksutov-Newton.  Belichtungszeit 1/400 Sekunde. 

Für die Nachbearbeitung wandle ich die Bilder lieber auf Schwarzweiß um, weil bei der Farbversion durch Kontrastanpassungen eventuell Farb-Artefakte sichtbar werden, die speziell im JPEG Format dann ziemlich unschön wirken. Jedenfalls hat mich das obige Rohbild gleich in der besagten Nacht dermaßen fasziniert, dass ich es sofort als Desktop Hintergrundbild setzte. Das sah richtig "geil" aus, ein riesengroßer und schön plastisch wirkender Mond...

#owdii


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