Perseidennacht am Oberleiser Berg  - 12. 8. 2010

Die ganze Woche schon habe ich bei meinen nächtlichen Unternehmungen (Meßfahrt im Weinviertel, Hochbärneck) zahlreiche Perseiden gesehen. Für die geplante Perseidennacht am Oberleiser Berg hatte Chris Heller sicher viele Perseiden bestellt. Publikum wäre ja einiges gekommen, Teleskope waren auch etliche vorhanden.

Die Wetterprognosen waren sich nicht ganz einig, wie es mit den Wolken in der Nacht aussehen würde. Von "geht" bis "geht gar nicht" war da so alles drin. Ich selbst malte mir schon Chancen aus, aber mit einer störungsfreien Nacht habe ich nicht gerechnet. Nachdem es zu Mittag schon einmal ganz "zu" war, und am späteren Nachmittag der Himmel dafür wieder nahezu wolkenfrei war, sah - just wie ich daheim wegfuhr zum Ort der Veranstaltung - der Himmel alles andere als erbaulich aus. Wär's nur auf mich angekommen, also eine von mir allein geplante Aktion, ich hätte gleich wieder umgedreht und wäre heim gefahren.

Am Oberleiser Berg angekommen, war der Himmel voll mit Zirren. Zeit bis zum Einbruch der Nacht war ja noch genug, und der durchaus kräftige Südwind würde die Wolken vielleicht auch wieder verblasen. Der Wind war wirklich einigermaßen lästig, und beutelte während der Nacht auch kräftig an den Teleskopen.

In der noch hellen Dämmerung gab es am Westhimmel einen wolkenfreien Spalt, durch den man Venus beobachten konnte. Nach und nach wurde es dunkel, und die Zirren gaben da und dort einen Spalt klaren Himmels frei. So konnte ich in der späten Dämmerung schon M13 aufspüren. Der Himmel war aber noch zu hell um einen tollen Anblick von M13 im Teleskop zu ermöglichen. Dennoch stellten sich etliche Leutchen bei meinem 8" f/6 GSO Dobserl mit der neuen Rockerox an.

Später, bei dunklerem Himmel gab es eine Gelegenheit, M57 zu beobachten, da war das "Rauchringerl" schon für alle Leute, die bei meinem Teleskop rein geguckt haben, schön zu erkennen. Dann war wieder etwas längere Pause. Später, wie sich die Riege der Besucher schon etwas gelichtet hatte, konnte ich M92 herzeigen, M27, und M11.

Insgesamt war das ein bissl fad so, weil man nur zwischen den Zirren ab und zu etwas rauspicken konnte. Erst wie fast alle Besucher den Heimweg angetreten hatten, war der Himmel auf einmal beinahe wolkenfrei, bis auf ein kleines Gebiet tief im Süden über Wien. Nun war auch die Beobachtung der Perseiden besser möglich. Es gab ein paar recht helle drunter, die durch das "Aaaahhh!" und "Ooooohhh!" der Beobachter gemeldet wurden, auch wenn man selbst die Nase grad in eine andre Richtung gesteckt hatte. Weit höhere Frequenz als die Perseiden brachte ein fernes Gewitter an Blitzen zustande. Die Blitzerei zog langsam von Nordwesten gegen Norden. Irgendwann hörte man sogar Donnergrollen in der Ferne. Es blieb aber bei den paar Rumplern. Dann war wieder Ruhe, nur Wetterleuchten war weiterhin zu sehen.

Die teleskopische Beobachtung "schmeckte" mir irgendwie nicht recht. Der Himmel war zu hell, als dass man was "G'scheites" anfangen hätte können. Das SQM-L hat zwar im Zenitraum 20.96 mag/sec2 ausgewiesen, jedoch die Grenzgröße (UMi) lag visuell deutlich unter 6 mag. Sagen wir so, der direkte Zenitraum war halbwegs brauchbar, sonst eher nichts. Sicher nicht die allerbeste Nacht. Dass es zumindest noch so gut wie es halt war werden würde, hätte ich auch nicht gedacht.

Die Reihen der Beobachter wurden immer schütterer, und irgendwann nach 1 Uhr hatte auch ich genug. Ob es noch ein ordentliches Perseiden "Feuerwerk" gab, wie Walter es in der vorhergehenden Nacht am Hochbärneck beobachten konnte, entzieht sich meiner Kenntnis. Man hätte halt bis gegen die Morgendämmerung durchhalten müssen. So etwas ist derzeit bei mir nicht drin, weil ich wegen "Canis Minor", meinem Hund, halt doch immer noch relativ zeitig in der Früh raus muss. "Canis Minor" war auch mit am Oberleiser Berg, und zumindest für die Kinder eine kleine Attraktion, wenn schon die Perseiden zur frühen Nachtstunde eher spärlich waren, und auch noch genug Wolken die Beobachtung beeinträchtigten.

Howdii


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